Stormchasing, Gewitterjagd und Unwetter in Deutschland
  04.05.2013 Low Topped Superzelle
 
 

Wetterlage am 04.05.2013

Über der Mitte Deutschlands befand sich an diesem Tag ein Bodentief, welches mit seinem Kern am Abend des 4. Mais etwa über Thüringen lag. Die Kaltfront hatte daher die Westhälfte Deutschlands bereits passiert, so das die Kaltfront Abends etwa auf einer Linie Thrüingen-Bodensee lag. Rückseitig der Kaltfront lagerte eine hochreichend labil geschichtete Luftmasse mit etwa 40 Theta E. In diesere Luftmasse eingelagert befand sich auf einer Linie Kaiserslautern-Bremen eine so genannte Dry Line, ein Bereich wo sich die Luftmasse auf engem raum stark von ihrer relativen Feuchtigkeit, jedoch nicht von ihrer Temmepartur unterscheidet (-> Kein Temperaturgradient, also keine Front und somit eine Dry Line). Die Dryline verlagerte sich auch wie das Bodentief langsam nach Osten, so dass sie Hebung induzierte. Diese Hebung konnte stellenweise die konvektiv potentielle Enegerie von etwa 500J/kg (ML CAPE) frei setzen, so dass sich Schauer und vereinzeltn auch Gewitter im Rheingraben zwischen Freiburg und Frankfurt bilden konnten. Das Bodentief, welches mit seinem Kern Abend kaum weit entfernt vom Rhein-Main gebiet lag, induzierte daher ein stark geschertes, hauptsächlich aus Richtungsscherung bestehendes Windfeld im Rhein-Main Gebiet (RMG). Zusammen mit der Trockenluft und hoher Lapse Rates in der Grundschicht konnten sich so organisierte Gewitterzellen im RMG heraus bilden.

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16:00 Uhr Pulsierende, ortsfeste Einzelzelle bei Eschborn

Gegen etwa 14 Uhr löste südlich des Taunus ein straker Aufwind im Lee des Hauptkammes aus, bedingt durch die Nordanströmung des Gebirgszuges. Bei Nordanströmung wirkt sich der Taunus förderlich auf die Bildung von Konvektionsbewölkung im RMG aus, wie ich schon mehrere Male feststellen konnte.
Die Zelle wies zunächst hohe Reflektivitäten von circa 55dBz auf dem Niederschlagsradar auf, blieb jedoch inaktiv was Blitze betraf. Durch das hauptsächlich aus Richtungsscherung bestehende Windfeld (Bodennah Südwind, in der Höhe aus Norden), blieb diese Zelle fast drei Stunden Ortsfest über Eschborn stehen. Gegen etwa 16 Uhr wurde die Zelle dann auch Blitzaktiv, weshalb ich sie abfing, bzw. ich zu ihr gefahren bin. Dadurch das der starke Kern drei Stunden ortfest gewesen ist, hatte sich eine starke Flash Flood heraus gebildet, mit Wasseransammlungen auf den Straßen von etwa 30cm, großflächig 10cm Tiefe. Auch einiges an Hagel mit Korngröße um die 2cm brachte die Zelle hervor.

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18:00 Uhr Low Topped Superzelle in Ost Rheinland-Pfalz

Etwa um 18 Uhr löste eine sehr starke Zelle beil Alzey aus, welche sogar über 60dBz auf dem Radar hervor brachte. Ich machte mich also auf den Weg dorthin und fuhr von Eschbron aus über Worms nach Alzey, über Mainz wäre kürzer gewesen, jedoch wäre ich dann von Norden durch die Zellen hindurch gefahren und von der falschen Seite gekommen. Schon von der Autobahn aus konnte ich einen runden Aufwindteller nordwestlich der Stadt beobachten, weshalb ich von der Autobahn abfuhr und mich im Westen der Stadt auf einen Hügel stellte. Vor mir begann sich die Superzelle nun komplett auszuformieren, weshalb sich auch schnell eine Wall Cloud heraus bildete. Die Zelle war zunächst ortfest, so wie die Zelle bei Eschborn, das Windfeld war ja das selbe. Erst als der Rare Flank Downdraft von hinten durch die Zelle brach und sich die Wall Cloud hufeienseförmig ausformte begann die Zelle nach Süden zu wandern, angetrieben durch den Coldpool des RFD und FFD. Als die Mesozyklone über meinem Kopf war fuhr ich also weiter nach Süden um an der Zelle dran zu bleiben, ein folgenschwerer Fehler über den ich mich wohl noch Jahre ärgern werde, denn genau in diesen 10 Minuten bildete die Zellen einen Tornado heraus, genau auf dem Hügel woe ich gestanden habe. Tornado bei Alzey - tornadoliste.de

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Die Zelle hatte sich jetzt zu einem richtigen kleinen "Mothership" heraus gebildet, durch die hohe Grundschichtfeuchte war es leider sehr schwierig kontratsreiche Aufnahmen der Zelle zu machen, wie man auf den Bildern unten sieht.
 

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Ich fuhr weiter nach Osten um die Zelle genau mittig abzufangen und weil ich die Autobahn in Richtung Worms erreichen wollte. Die Superzelle hatte jetzt eine sehr schöne Shelf Cloud heraus gebildet.

 

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Als nächstes fuhr ich genau durch den RFD der Zelle, welcher einiges an Hagel zwischen 2-3cm bereit hielt, so dass die ganze Straße voll gelegen hatte mit den Körnern.

 

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