Stormchasing, Gewitterjagd und Unwetter in Deutschland
  12.4.12 Multizellen Cluster und Multizellenlinie
 


 
Wetterlage am 12.4.2012

Ein großflächiges Tief mit dazugehörigem Höhentrog und Höhenkaltluft zog vom Ärmelkanal Ostwärts über die Nordhälfte Deutschlands.
Die Temperaturen auf der 500hPa Druckfläche lagen bei -32°C, am Boden bei etwa 14°C. Also labil genug um einige Gewitter hervor zu bringen. Die Tops der Gewitter lagen zwischen 500 und 450hPa. Theta E um die Mittagszeit bei 30. Luftfeuchte über 70%, TP zur Mittagszeit bei 7°C. Bei den SBCAPE Werten wurden etwa 300J/Kg erreicht.
Starke Höhenwinde waren nicht vorhanden, weswegen die Systeme kaum Struktur aufwiesen. Scherung war an der Konvergenz, die sich durch das Tief über der Nordhälfte Deutschlands und dem Mittelmeertief in Nord Italien bildete, gegeben.

 


14:00 Uhr Multizellencluster 


Am frühen Nachmittag gab es westlich des Rheins eine großflächige konvektive Auslöse einiger Multizellen, bedingt durch ein Bodentief welches sich im Rhein-Main Gebiet gebildet hatte. Die Zellen verclusterten schnell und zogen nach Nordwesten über das RMG ab. Dabei gab es zunächst schwache elektrische Aktivität mit einer Handvoll Erdblitzen, jedoch stieg die Aktivität mit erreichen des Odenwaldes an und so konnte sich eine Zelle zur stärksten Gewitterzelle des Tages entwickeln. Dabei hat es sich vermutlich um eine eingelagerte Mesozyklone gehandelt, ausgelöst durch die gewonnene Vorticity des Bodentief und der Windscherung durch die Orographie des Odenwaldes.
Der Cluster brachte örtlich Startkregen und kleinen Hagel mit sich, starke Abwinde gab es nicht, da wie bereits erwähnt, ein starker Midlevel Jetstream fehlte. Auch ein ausreichender Einschub an Trockenluft in den unteren Kilometern fehlte.


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17:00 Uhr Multizellenlinie

An einer aus dem Saarland kommenden Konvergenz bildeten sich dann gegen Abend einige Multizellen, welche sich Linienhaft untereinander anordneten. Die Konvergenz entstand durch das Mittelmeertief im Norden Italiens, welches dem Tief über Norddeutschland entgegen wirkte und sich so eine konvergente Strömung ausbildete. Die Zellen brachten kleinen Hagel und nur einen Erdblitz mit sich, jedoch gab es einige Entladungen innerhalb der Multizellenlinie.

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