Stormchasing, Gewitterjagd und Unwetter in Deutschland
  14.03.2013 Schneesturm bei Sonnenuntergang
 
 

Wetterlage am 14.03.2013

Deutschland liegt unter dem Einfluss starker Advektion von kontinentaler Kaltluft von Russland über Skandinavien nach Deutschland herein. Verursacht wird diese von einem Bodentief über Zentral-Osteuropa. Dieses Tief ist an einen massiven Langwellentrog gekoppelt, dessen Achse über Schweden bis zu den Alpen verläuft. An dieser Achse entlang verläuft mittlerer Höhe eine Kaltluftzunge, verursacht durch die angesprochene KLA. Diese Kaltluft labilisierte die Schichtung soweit, dass ein freier konvektiver Aufstieg bis in etwa 7km Höhe möglich war. Durch die mit dem Tagenbeginn einsetzende Einstrahlung in die Grundschicht wurde diese weit genug aufgeheizt, so dass sich in der, wenigestens indifferenten, Schichtung Schneeschauer bilden konnten. Die stärksten zogen über die Mitte Deutshclands hinweg, wobei man stark hier relativ sehen muss, da es kaum Dynamik und Enegeri hatte. Etwa 50-100J/Kg ML CAPE bei 20 Theta E ist eben sehr schwach. Die Höhenwinde waren auch kaum vorhanden, da sich Deutschland direkt unterhalb der Trogachse des druckgradientschwachen Langwellentroges befand.
An mehreren schwachen Bodenkonvergenzen bildeten sich dann gegen Nachmittag Schauerlinien aus, welche von Nord nach Süd über die Mitte Deutschlandsa zogen und mit dem sinkenden Sonnenstand ihre Aktivität einstellten.

 

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18:00 Uhr Schneeschauer Multizelle

Gegen frühen Abend erreichte einer dieser Schneeschauer meinen Wohnort Darmstadt. Dieser kam von Frankfurt in die Rhein/Main Ebene gezogen und geriet damit durch die Nordanströmung des Odenwaldes und des Taunus in einen Bereich verärkter orographischer Hebung, was man an dem plötzlichen verstärken der Radarreflektivität sehen konnte, welcher der Schauer für etwa eine Stunde beibehielt. Das Lee des Taunus im RMG wirkt bei Nordanströmung konvektionsfördernd, hinzu kommt dann noch die zusätzliche erzwungene Hebung die der Schauer erfährt wenn er allmählich von Norden her auf den Odenwald aufläuft.

(c) Radar-Info.de

Der Schauer hatte eine schöne Shelfcloud an seiner Böenfront, welche man auf den Bildern leider kaumk erkennt, da es sehr dunstig gewesen ist und vor der Shelfcloud bereits Schnee gefallen ist. Jecoh war es sehr imposant amzusehen, wie die Schneewand sich durch die Landschaft "gefressen" hat, aber seht selbst auf den Bildern!

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