Stormchasing, Gewitterjagd und Unwetter in Deutschland
  27.06.2013 Funnelcloud, Regenbogen
 
 


Wetterlage am 27.06.13

Ein Kurzwellentrog überquerte an diesem Tag Deutschland von West nach Ost. Die Trogachse verlief dabei genau auf einer Linie Nord-Süd und schwenkte gegen Mittag in den Westen Deutschlands ein. An der Trogachse bildete sich durch einen Windrichtungs- und Geschwindigkeitssprung schnell erste höhere Konvektionsbewölkung mit etwa 6-8km Höhe, welche teilweise einzelne kurzlebige Gewitter enthielt. Bodennah wurden durch die sehr kalte Luft in der Höhe und die starke Einstrahlung der Sonne im Juni hohe Lapse Rates erreicht, so dass es ein geringes Potenzial für schwache Typ II Tornados gab. Des weiteren erreichte die Luftmasse selbst Werte von etwa 35 Theta E bei bis zu 300 J/Kg SB CAPE. Die niedrige Troppause und die Tatsache, dass die kalte Luft nur in mittlerer Höhe eingeströmt war sorgten für eine kaum labile Schichtung, so das sich keine wirklich hohen Zellen bilden konnten. Das Windfeld war mit der Höhe hin mittelmäßig stark ohne viel Scherung. Scherung wurde vor allem in der Grundschicht durch den Windsprung an der Trogachse erzeugt. Die Konvektionsbewölkung mischte die kalte Luft aus der Höhe herab bis in die Grundschicht, so dass an den Coldpools einiges an horizontaler Voriticity entstand, so dass zu Tornados kommen konnte durch die Streckung dieser Vorticityfelder in die Senkrechte unterhalb von den Aufwinden der Konvektionsbewölkung.

 

Trogschauer mit Funnelcloud 17:35 Uhr

Gegen 17:35 konnte ich an einem Aufwind eines etwas weiter entfernten Schauers eine schöne Funnelcloud beobachten. Bodenkontakt ist nicht völlig auszuschließen, auch wenn die Funnelcloud hoch über dem Boden gewesen ist. Der Bodenkontakt hätte sich in diesem Fall aber über kaum zugänglichem Gebiet in den Rheinauen oder gar direkt über dem Rhein vollzogen.

 

Bild Bild Bild

 

18:00 Uhr Troggewitter 


Als nun die Trogachse nach Südhessen einschwenkte verstärkte sich wie zu erwarten die Konvektion noch einmal im Lee des Taunus, ein Verhalten der Konvektionsbewölkung auf welches verlass ist so das es sich immer lohnt bei diesen Lagen ein paar Kilometer außer Haus zu fahren um die Zellen abzufangen. An der Trogachse bildete sich daher eine schwache Linie aus Einzel- und Multizellen welche ein paar schöne Fotogene Strukturen hervor brachten wie man auf meinen Bildern sehen kann.

 

Bild Bild Bild Bild Bild Bild

 

 

 

 
  Impressum