Stormchasing, Gewitterjagd und Unwetter in Deutschland
  5.7.2012 Starke Multizelle
 
 

Wetterlage am 5.7.2012

Ein schwacher Trog über den britischen Inseln brachte von Frankreich her hochreichend labil geschichtete Warmluft nach Deutschland. Durch einen kaum vorhandenen Druckgradient über Mitteleuropa waren die Höhenströmungen nur schwach ausgeprägt. Selbes galt auch für die Bodenwinde. Jedoch war eine gute Richtungsscherung vorhanden. Gegen Abend sollten sich im Westen die Höhenwinde durch die Bildung eines Bodentiefs verstärken. Die Energie der Luftmasse beruhte auf ihren hohen Theta E Wert von 60°C und einer sehr gesättigten Grundschicht. Die konvektiv zur Verfügung stehende Energie, das CAPE lag bei etwa 800-1200 J/Kg und war sehr an den Tagesgang gebunden. Die Auslöse der Gewitter sollte gegen Mittag erfolgen, durch orogrpahische Auslöse. Als Zelltyp wurde mit Einzelzellen und retrograden Multizellen gerechnet.

16:00 Uhr Multizelle

Nachdem die Retrogerade Multizelle, welche nördlich von Wiesbaden im Taunus gestanden hat und ein schönes Overshooting Top hatte, zerfallen war, bildete sich in Rheinland Pfalz eine starke Multizelle, welche wir im westlichen Taunus abgefangen haben. Diese hatte eine schwache Böenfront, wie man auf den Bildern sehen kann. 

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20:00 Uhr starke Multizelle

Nach dieser Zelle fuhren wir zurück auf die A3 um uns dort eine weitere Multizelle zu schnappen, welche sich im östlichen Taunus gebildet hatte. Leider hatten wir einen kleinen Unfall auf der A3, weshalb wir die Zelle dann nur noch beim weg ziehen sehen konnten. Jedoch bildete sich in der Pfalz eine gut organisierte starke Multizelle, welche direkt an den Kern des bereits angesprochenen Bodentiefs gebunden war. Also fuhren wir zurück, hindurch durch Wiesbaden und bezogen einen Standpunkt bei Geisenheim am Rhein in den Weinbergen. Dort konnten wir dann eine sehr schöne Shelfcloud an der "auslaufenden" Multizelle dokumentieren. 

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21:00 Uhr Bow Echo

Nachdem wir dann das System zwangsweise gecorepunshed hatten und durch den Kern hindurch waren, konnten wir sehen, wie die Zelle nach Osten hin massiv anbaute. Also noch einmal die A3 hoch nach Norden und einen Standpunkt gesucht. Bei unserem ersten Standpunkt konnten wir dann eine vermutliche Wallcloud dokumentieren. Danach hielten wir noch einige schöne Blitzeinschläge fest.

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